Sunday, April 09, 2006

Abschied von Punta Arenas

Nachdem ich von meiner kleinen Schiffreise zurückkam, blieben mir nur noch drei Tage in Punta Arenas, und jeden Tag wurde Abschied gefeiert.
Gleich am Donnerstagabend, nach meiner 12stündigen Busfahrt, waren Thomas und ich zum Abschied-Abendessen bei einer der Lehrerinnen eingeladen. Die tischen hier immer solche Unmengen an Essen auf...ich habe wahrscheinlich noch nie solche Mengen in so kurzer Zeit gegessen!
Freitag morgen ging es dann in der Schule weiter. Die Lehrer hatten ein Abschieds-Frühstück für uns vorbereitet. Jeder hatte Kuchen, Kekse oder Sandwiches mitgebracht und sie holten ihr bestes Porzellan hervor. Der Direktor hielt noch eine kleine Abschieds-Rede (in der er immer wieder die Bedeutung der Englischen Sprache betonte, während er selbst kaum über zwei vollständige Sätze hinauskam) und schenkte jedem von uns eine DVD über Patagonien. Obwohl ich nur relativ kurze Zeit hier war, war ich doch etwas wehmütig, mich jetzt wieder von allen verabschieden zu müssen, denn ich hatte mich an der Schule wirklich sehr wohl gefühlt.

Da eine der Englisch Lehrerinnen uns Donnerstag eingeladen hatte, wollte eine andere es sich natürlich nicht nehmen lassen, uns auch zu sich einzuladen. Also machten Thomas und ich uns Samstag auf den Weg zu dieser Lehrerin, und wieder bogen sich die Tische vor Essen.
Als ich nachmittags nach Hause kam, war bei uns zu Hause gerade Kindergeburtstag angesagt. Die kleine Enkelin von Raquel aus Santiago, Isidora, feierte ihren zweiten Geburtstag. Es waren 13 Kleinkinder bei uns inklusive den dazugehörigen Eltern. Und wieder gab es Berge von Torten, Chips und anderen Schweinereien. Ihr könnt euch sicher vorstellen was dort abging!
Abends wurde dann noch mit den anderen Volontären in der Disco etwas gefeiert und danach bin ich k.o. ins Bett gefallen.
Am Sonntag, habe ich noch meine Freundin Macarena und ihre Familie besucht, um mich zu verabschieden. Sie haben mir noch mehr Literatur über Chile geschenkt, was super passte, da mir gerade meine Bücher ausgegangen waren.
Ich bin sehr froh, dass ich diese Reise machen konnte. Ich werde viele schöne Erinnerungen, Erfahrungen, Telefonnummern, Fotos, Bücher und Andenken mitbringen, von denen ich noch lange zehren werde. Doch ich freue mich auch, dass es jetzt wieder Richtung Heimat geht. Schliesslich bin ich schon seit September (bis auf zwei kleine Unterbrechungen) unterwegs. Ich freue mich auf den Göttinger Frühling (denn hier ist es doch ziemlich windig), meine Freunde, Christian und meine Familie, auf deutsches Brot, deutsche Tagesschau, aufs Fahrradfahren und eigentlich freue ich mich auch auf die Uni.

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