Saturday, March 25, 2006

Kuhstall

Wenn ihr diese Bilder seht, werden manche von Euch sehr wahrscheinlich denken "Was macht Alena eigentlich im Kuhstall?" Ehrlich gesagt, weiss ich es auch nicht so genau, es hat sich einfach ergeben.
Als ich letzte Woche mit meinem kleinen Pferde Gaucho ausreiten war, kamen wir an einem Kuhstall vorbei. Der Kuhbauer war auch gerade da, und als ich ihn fragte, ob ich mir seine Molkerei anschauen koennte, haben wir spontan einen Termin fuer die naechste Woche ausgemacht.
Ich bin zwar nicht der Kuh- oder Bauernhof-Fan schlechthin, aber da sich die Moeglichkeit anbot, mein letzter Estancia Aufenthalt sehr traurig war und ich wahrscheinlich nie wieder Kuehe am Ende der Welt beim Melken zu sehen wuerde, habe ich die Chance genutzt.
Also bin ich letzten Freitag - diesmal mit drei Gauchos - zu diesem Kuhstall geritten. Der ist mit 40 Kuehen relativ klein (glaube ich, ich kenne mich mit den Kuhstall Dimensionen nicht so gut aus) und seit drei Generationen in der Familie.
Die Baeuerin, Adriana, hat mich noch von ihrem selbstgemachten Kaese probieren lassen, den ich komplett haette aufessen koennen, auch ohne Brot, so lecker war er. Einen Teil der Milch behaelt die Familie fuer sich aber das meiste wird an eine Frau verkauft die daraus Kaese macht.
Adriana hat mir erzaehlt, dass ihr Uropa aus Deutschland kam und sich in Santiago niederliess. Als ihr Opa dann eine Chilenin heiratete, wurde er von seiner Familie verstossen und ist quasi nach Pta. Arenas geflohen, wo Adriana auch aufwuchs. Ihr Maedchenname ist Schneider.
Ich dachte zuerst in dem Stall wuerde es nach Kuhschiete riechen, aber das war gar nicht der Fall. In der Luft hing die ganze Zeit so ein angenehmer Duft von warmer Milch. Sie liessen mich auch die Milch probieren, die Adrianas Mann, Marco, gerade frisch vom Euter in den Becher gezapft hatte. So frische Milch hatte ich bis dahin noch nie probiert, und ich war vollkommen begeistert: Die Milch war leicht warm, obendrauf lag leichter Schaum, weil es so frisch war und es war koestlich kremig!

In disem Stall haben sie eine einzige Melkmaschiene, mit der sie die Kuehe alle nacheinander melken muessen. Es ist aus dem Jahr 1934 und uebrigens aus Deutschland! Da hat sich die gute deutsche Wertarbeit schon recht lange bewaehrt.
Da mein letzter Besuch auf einer Estancia ja ziemlich enttaeuschend war, war ich umso gluecklicher mit meinem kleinen Erlebnis in einem magallanischen Kuhstall!

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