Wednesday, March 15, 2006

Punta Arenas -Die Stadt

"Doch all dies hatte keinen Einfluss auf mich, oder zumindest nicht genug, um meinen sehnlichsten Wunsch zu baendigen, der mir anhaftete wie eine chronische Krankheit: Ich wollte die Welt sehen."
Daniel Defoe, "Das Leben und die seltsamen Abendteuer des Robinson Crusoe"
Die Stadt wurde 1848 gegruendet. Ist fuer Europaeische Verhaeltnisse also noch recht juenglich. Obwohl es hier im Sueden die groesste Stadt ist, wohnen hier nur ca. 110.000 Menschen. Sie liegt direkt an der Magallanes Strasse und zu der Antarktik sind es nur noch ca. 950km. Deshalb ist es hier auch immer sehr windig und frostig und wenn man morgens aus dem Haus geht muss man wettertechnisch mit Allem rechnen. Aber es ist recht gemuetlich und ich habe mich hier von Anfang an wohlgefuehlt.

Auf dem groessten Platz der Stadt- "Plaza de Armas"- steht dieser kleine Strahlemann.


Man sagt, dass man ihm den Fuss kuessen muss, dann wird man wieder kommen. Das ist auch der Grund warum sein Fuesschen schon so blank poliert ist. Ich habe ihn nicht gekuesst.

Dann gibt es in der Stadt noch viele huebsche Kirchen und alte Gebaeude, die zum groessten Teil von den Familien Braun und Menédez gebaut wurden. Diese Familien haben auch vor vielen Jahren der Stadt den riesigen und prunkvollen Friedhof gespendet. Der Friedhof ist total interessant denn man kann sehr viele Greaber von Englischen, Deutschen, Hollaendischen oder Jugoslawischen Familien finden. Oder auch Graeber die einer ganzen Schiffsmannschaft gedenken. Manche Graeber sind sogar ganz auf Deutsch.


Es gab drei sehr maechtige Familie hier, die Millionen mit dem Export von Schafwolle verdient haben. Eine dieser Familien kam aus Deutschland (Braun), eine andere aus Spanien (Menédez) und die dritte kam aus Portugal (an deren Namen ich mich nicht mehr erinnere).
Sie haben sehr viel Gutes fuer die Stadt getan und sind hier wohl immer noch sehr geschaetzt, viele Strassen sind nach ihnen benannt. Aber sie waren auch wie eine Mafia und haben eine sehr blutige Vergangenheit.
Fuer ihr Vermoegen mussten hunderte von Indios nicht nur ihr Land sondern auch ihr Leben hergeben. Es zogen sogenannte "Jaeger" los um Indios zu toeten. Wer die meisten umbrachte, bekam die groesste Praemie.
Ihre prunkvollen Haeuser hier in der Stadt sind jetzt Museen. Einge Chilenen habe ich schon auf diese Familien angesprochen, und jedes Mal habe ich gemerckt, dass sie wirklich immer noch sehr verehrt werden.

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