Monday, March 13, 2006

Los Torres del Paine

Letztes Wochenende bin ich in den groesten National Park Sued Amerikas gefahren: zu den Torres del Paine. "Paine" heisst in der Sprache der Eingeborenen hier "Blau", da diese Berge manchmal blau schimmern.
Erst musste ich allerdings von Pta. Arenas, Richtung Norden, nach Puerto Natales fahren. Dort hatte ich dann den ganzen Tag frei, denn erst am naechsten Morgen wurde ich abgeholt um in den National Park zu fahren.
Ich hatte gehoert, dass die Argentinische Grenze nur 30 km entfernt sein sollte, deshalb dachte ich mir "das schau ich mir doch mal an". Doch dies erwies sich schwieriger, als ich dachte: Der erste Taxifahrer den ich fragte (es konnte hoechsten 2Euro kosten an die Grenze zu fahren), wollte mich zwar gerne hinfahren. Doch er war ausser Landes verwiesen worden und konnte fuer die naechsten 30 Tage nicht mehr nach Argentinien einreisen. Die Gruende fuer die Bestrafung wollte er mir nicht nennen. War vielleicht auch besser so.
Der naechste Taxifahrer verlangte fuer diese relativ kurze Fahrt ca. 30 Euro. Was mir ein bisschen uebertrieben schien.


Dann wollte ich mir ein Auto mieten. In diesem winzigen Ort gab es nur eine einzige Autovermietung und die konnten mir nur riesige Pick-ups oder Wohnmobile vermieten fuer 80 Dollar. Ich glaube dieses Doerfchen hatte sich gegen mich verschworen. Ich wollte doch nur diese paar km zur Grenze fahren! Schliesslich konnte ich einen Bus auftreiben der zu einem Oertchen in Argentinien fuhr mit dem malerischen Namen "Rio Turbio". In einer halben Stunde sollte es losgehen. Wunderbar! Meinen Reisepass hatte ich auch dabei. Nur als ich mir das Ticket kaufen wollte fragte mich die Gute Frau, wo meine Migrations Karte sei. "?" Hatte ich natuerlich nicht dabei. Also musste ich nochmal durch das Doerfchen zu der Polizei Station stiefeln.
Es gab nur einen einzigen Polizisten und ich glaube, der freute sich richtig, dass es in diesem verlassenen Ort mal wieder etwas zu tun gab. Und er fuellte mir freudestrahlend meine Migrations Karte aus, die er noch mit vielen wichtigen und riesigen Stempeln verzierte. So, nun konnte es wirklich los gehen!

Die Fahrt war wirklich nicht lang. Das einzige was lange dauerte war das Ausreisen aus Chile und dann das Einreisen in Argentinien. Der Grenzuebergang nach Argentinien hiess "Ultima Esperanza" - genauso fuehlte ich mich auch. Aber nach 1, 5 war ich dann in diesem besagten Ort "Rio Turbio".
Zumindest dachte ich, dass es hier einen schoenen Rio gebe, den man sich anschauen koennte. Aber das war wohl ein Irrtum. Dieses Dorf hiess lediglich so. Und es gab absolut NICHTS zu sehen! Und jetzt musste ich dort 4 Stunden ausharren, bis der Bus wieder zurueckfuhr. Es war ein winziges Dorf mit 2 Cafes, wo den den ganzen Tag nur Alkoholiker rumhangen, weil es sonst nichts zu tun gibt. Die ganze Zeit die ich dort war hatte es nur geregnet und es war wirklich eine sehr trostlose Gegend. Es gab kaum Leute auf der Strasse. Ich glaube die gehen alle nur vor die Tuer, wenn es notwendig ist.
Die Fahrt nach Pto Natales war wenigstens unheimlich schoen. Aber es war auch eine sehr herbe und karge Gegend. Man konnte kilometerweit schauen ohne einen einzigen Baum zu sehen. Es gab nur Gestruepp und Buesche. Viele Shafe, Ziegen und ich habe auch Strausse und Gaunakos gesehen. Die sind sehr interessant, denn die koennen in einer Gegend leben, in der es niemals regnet, da sie sich von Pflanzen ernaehren die den Morgentau speichern.

Am naechsten morgen ging es dann ganz frueh in den National Park. Es war eine lange Fahrt aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die beiden Torres sind durch die Bewegungen der Gletscher entstanden, die es dort immer noch gibt. Sie sind tatsaechlich zweifarbig, aufgrund der verschiedenen Gesteinsschichten.


Ich hatte einen super netten Fuehrer, Christian, und einen Fahrer, Juan, den auch die tiefsten Schlagloecher und abendteuerlich gefaehrliche Haengebruecken nicht einschuechtern konnten.

Wir sahen wieder Gaunakos, graue Fuechse, Flamingos, wilde Pferde und verschiedene besondere Voegel, an deren Namen ich mich natuerlich nicht mehr erinnere.


Bei diesen unglaublichen Dimensionen der Gletscher und Berge fuehlte ich mich wirklich ganz unbedeutend klein. Es war eine abendteuerliche Fahrt.

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